Marma-Yoga ist eine wissenschaftliche Fortentwicklung des klassischen Hatha-Yogas nach Prof. Dr. phil. Rocque Lobo, Institut für Gesundheitspädagogik, München.
Die Übungen beziehen die alte indische Lehre über die 107 sog. Marma-Punkte in das Yoga ein.
Diese auch einfach als Marmas bezeichneten Punkte sind vitale Punkte unseres Körpers, körpereigene Warn- und Wachposten. Es handelt sich meist um Stellen, an denen Muskeln, Sehnen, Arterien, Venen, Knochen oder Gelenke zusammenlaufen. Diese Punkte sind äußerst empfindlich und reagieren auf kleinste äußere, aber auch innere Reize.
Wörtlich aus dem Alt-Sanskrit übersetzt kann man sie als "Todespunkte" bezeichnen. Im gesamten asiatischen Raum gab es in der Verbindung von Medizin und Kampfkünsten ein überliefertes Wissen, das sich mit besonders empfindlichen und verletzlichen Stellen bei Menschen und Tieren befasste.
In Indien begann das Wissen über die Wichtigkeit der Marmas hauptsächlich durch Erfahrungen mit Verletzungen in bewaffneten Auseinandersetzungen. Man erkannte, dass die Folgen von Verwundungen an diesen besonderen Stellen ungleich schwerwiegender waren, als Schädigungen an anderen Körperstellen.
Beeinträchtigungen der Marmas, z. B. durch Verletzungen, strahlen auf weite Bereiche des Körpers bzw. seiner Funktionen aus. Heute wissen wir, dass dies bis zu einem gewissen Grad auch in umgekehrter Richtung der Fall ist.
Blockierte oder schmerzbehaftete Marmas lassen Rückschlüsse auf einen beeinträchtigten Zustand der korrespondierenden Körper- und Bewußtseinsbereiche zu.
Durch Abfragen bzw. Erfühlen der Punkte innerhalb der Yoga-Stellungen (Asanas) können die Marmas damit als Gradmesser unseres körperlichen und psychischen Befindens fungieren. Erkannte Problemfelder können dann durch zielgerichtete Übungen angegangen werden.
Auch die Wirkungen der einzelnen Yoga-Übungen können auf diese Weise reflektiert werden und die Übungen können exakt den individuellen Bedürfnissen angepasst werden.
Über das Marma-Yoga können wir lernen, die Sprache unseres Körpers zu verstehen, Störungen zu erkennen und das eigene Wohlbefinden und Körpergefühl zu fördern.
Das Marma-Yoga ist als Gesundheitsprävention zu verstehen und kann eine gute Hilfe sein, unsere Lebensqualität zu erhalten und zu verbessern.
Je nachdem. Beim Üben steht -im Gegensatz zu einigen anderen Yoga-Schulen- nicht sportliche Leistung im Vordergrund, sondern das individuelle Erkennen und Verbessern der eigenen Befindlichkeit. Die Übungen sollen der individuellen Leistungsfähigkeit angepasst ausgeführt und als entspannend empfunden werden.
Ganz ohne Bewegung geht es natürlich nicht, aber der Anfänger wird auf keinen Fall überfordert.
Nein, auf keinen Fall. Das Marma-Yoga distanziert sich ausdrücklich von esoterisch ausgeprägten Richtungen des Yoga. Wer Erlösung oder Wunderheilungen erwartet, ist bei uns falsch aufgehoben.
Das Marma-Yoga unterstützt in erster Linie das Funktionieren der physiologischen Vorgänge und schafft ein besseres Körpergefühl und Wohlbefinden.
Generell ist das Marma-Yoga modern, westlich-naturwissenschaftlich orientiert. Empirische Untersuchungen über die tatsächliche Wirksamkeit der Übungen waren und sind Teil der Forschungsarbeiten des Instituts für Gesundheitspädagogik, München.
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